Aufgehen der Eltern in der Liebe zu ihren Kindern
![]() Hadrianus Junius: Emblem, Mitte 16. Jh. |
![]() Fidus: Pelikan-Farben. |
Durch die dramatische Inszenierung gibt Fidus dem Motiv eine Bedeutung, die weit über die eines Markenzeichens der Firma hinausgeht. Gleichzeizeitig lenkt er durch den Hinweis auf die Geschlechtlichkeit, die auf ihre Rechnung kommen mag, von seiner überlieferten Bedeutung ab und entledigt es dadurch seines traditionellen und damit vor allem religiösen Gehalts.
Nach dem Physiologus, der Hauptquelle der christlichen Tier-, Pflanzen und Setinsymbolik, ist der Pelikan ein Bild für das völlige Aufgehen der Eltern in der Liebe zu ihren Kindern: Die jungen Pelikane würden den Eltern ins Gesicht picken, worauf die Eltern zurückhacken und die Jungen töten, was die Eltern aber bereuen, so dass nach drei Tagen der Trauer die Mutter mit ihrem Schnabel sich die Brust aufreisse und die Jungen mit ihrem Blut wieder zum Leben erwecke. [1] Diese Legende bringt der Physiologus in Zusammenhang mit dem Abfall der Menschen von Gott, der Seitenwunde Christi und der Erlösung. Als ein Symbol für den gekreuzigten Jesus und die Auferstehung erscheint der Pelikan seit dem Mittelalter auf Wand- und Tafelbildern dem Kreuz nistend oder unter dem Kreuz, als Schmuck von Schlussteinen und Tabernakeln usw. [2]
(Pelikan-Emblem: Glasgow University Emblem Website.)
Letzte Änderung: 17. Februar 2010




