Fidus-Projekt

Kunst und Lebensreform

Archive for the ‘Monte Verità’ Category

Weltmai

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Volksstimme, 1. Mai 1907.

Volksstimme, 1. Mai 1907.


In “Zusammenarbeit” von Fidus und Karl Henckell ist auch die Frontseite der Volksstimme vom 1. Mai 1907 entstanden. Unter dem Titel “Weltmai” enthält sie in der Rahmung von Fidus “Symphonisches aus Karl Henckells Gedichten”. Darunter etwa die letzte Strophe seines Gedichts “Weltmai” aus der Sammlung Zwischenspiel, die 1894 in Zürich erschienen ist:

Ich weiß ein lockend Liebchen mir, mit dem ich tausche Gruß und Kuß,
Des Maien freuet sich mein Herz, lebendiger blüht nun der Genuß.
Wenn durch die blauen Lüfte weich und wonnevoll der Vögel Sang
Sich senkt in unser Liebesreich, so wollustsüß und sehnsuchtsbang…
Wie pocht mein Herz, wie leb ich reich! Doch höher schlägt mein Herz empor,
Und reicher leb ich tausendmal, klingst du, o Weltmai, an mein Ohr.
Du Jubellied der Menschheit du, die der Befreiung Lenz empfängt,
Du Kraftgesang der neuen Zeit, die durch die alte Hülle drängt!
O grüner Mai, o blauer Mai, von roten Bannern voll durchflaggt,
Sei mir gegrüßt in aller Welt, wo dein Symbol die Herzen packt!
Von Jahr zu Jahr nun streb empor und dorre und verschwinde nicht,
Und immer kühner sei dein Blick und lieblicher dein Angesicht!
Du junges Fest der neuen Welt, deut in die Zukunft licht und groß!
Wir grüßen dich, wir feiern dich, wir ruhn beglückt in deinem Schoß. [1]

Ob Fidus die Rahmung in Zürich, wo er sich damals aufgehalten hat, zeichnete, ist nicht bekannt. Einige Tage später machte er zusammen mit Maria Lucke und Heta von Hackewitz einen Ausflug ins Tessin und besuchte den Monte Verità (vgl. etwa Neuangekommene des Sanatoriums Monte Verità.)

  1. Vgl. “Weltmai” auf der Website Karl Henckell. Gegenüber der Fassung von 1894 verändert wurde die Strophe: “Du Jubellied der Menschheit du, die der Befreiung Lenz empfängt [...]” Ursprünlich lautetete sie: “Du Jubellied der Menschheit du, die ihrer Freiheit Lenz empfängt [...]“ []

Written by Edi Goetschel

Mai 1st, 2013 at 5:17 pm

Halbwegs beantwortet

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Fidus, 1907.

Fidus, 1907.

 
Rückseite.

Rückseite.

Immerhin halbwegs beantwortet, scheint nun die Frage zu sein, wann die Fidus-Porträtaufnahme von Franz Jacob Hering entstanden ist, nämlich bereits 1906 oder 1907 (vgl. Neuangekommene des Sanatoriums Monte Verità und Madonna del Sasso).

Im Fidus-Nachlass im Archiv der deutschen Jugendbewegung auf Schloss Ludwigstein befindet sich ein Abzug, den Fidus mit 1907 datiert hat. Nur halbwegs beantwortet ist die Frage deshalb, weil denkbar ist, dass Fidus Jahre später ein vielleicht falsches Datum hinzugefügt hat. Nur buchstäblich halbwegs beantwortet aber auch deshalb, weil Harald Szeemann ein anderer Abzug vorlag. Diesen datierte er mit 1906, vielleicht auf Grund einer entsprechenden beschrifteten Rückseite.

Zudem stellt sich die Frage, wie der Abzug, den Szeemann verwendete, in den Besitz des späteren Direktors des Hotels Monte Verità Otto Staub gelangte. Bisher wurde immer davon ausgegangen, dass das Photo auf dem Monte Verità, jedenfalls im Tessin entstanden ist. Fidus gibt als Entstehungsort aber Zürich an.

Written by Edi Goetschel

Juni 13th, 2012 at 4:39 pm

Besuch im Santuario d’Arte Elisarion

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Ein weiterer Aufenthalt von Fidus im Tessin hat wahrscheinlich 1933 stattgefunden.

Antje von Graevenitz bemerkt in einer Fussnote zu ihrem Beitrag “Hütten und Tempel: Zur Mission der Selbstbestimmung” für das Katalogbuch Monte Verità. Berg der Wahrheit von Harald Szeemann, dass Fidus zusammen mit seiner Frau Elsbet und Gertrud Prellwitz Anfang der 1930er Jahre das Santuario d’Arte Elisarion von Elisàr von Kupffer in Minusio bei Locarno besucht habe, wie Einträge ins Gästebuch belegen würden. [1]

Auf Nachfrage antwortete der Kurator des Centro Elisarion leider, dass das Gästebuch verschwunden sei, und er keine Ahnung habe, wo es sein könnte.

Möglichwerweise wurde der Gästebucheintrag oder ein Teil davon in der Ausgabe 1927-1937 der Broschüre des Santuario mit begeisterten Stimmen von Besuchern und Besucherinnen verwendet, wo Fidus zitiert wird: “Schon das erste Schauen hier hat mich frohgemacht.”

Fidus machte im Frühling 1933 eine Vortragsreise durch verschiedene Schweizer Städte. Ob er damals auch im Tessin war, lässt sich derzeit allerdings nicht belegen.

  1. S. 97, Anm. 103. []

Written by Edi Goetschel

Mai 1st, 2012 at 12:05 pm

Posted in Monte Verità