Fidus-Projekt

Kunst und Lebensreform

Borngräber, Otto

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Otto Borngräber, * 19. November 1874 in Stendal in der Altmark, † 19. Oktober 1916 in Lugano, Schriftsteller, Dramatiker und Dramaturg.

Borngräber war der älteste Sohn von Wilhelm Borngräber, der Volksschullehrer war, und dessen Frau Flora, geb. Schellschmidt. Nachdem er das Gymnasium in Stendal absolviert hatte, studierte er Theologie und Philosophie: im Sommer 1896 in Tübingen, danach bis 1898 in Halle, im Sommer 1898 in Marburg und bis 1900 wieder in Halle. Noch bevor er die Doktorwürde erlangte, war er als Schritsteller und Dramatiker tätig, zuerst in Stendal, ab 1906 in Halle. 1908 doktorierte er in Erlangen mit der Dissertation Das Erwachen der philosophischen Spekulation der Reformationszeit. Im selben Jahr arbeitete er in Berlin als Dramaturg des “Neuen Theaters”.

Am 10. Juli 1911 heiratete er Gertrud Borngräber. Bereits 1913 wurde die Ehe geschieden.

1914 schrieb der Komponist Rudi Stephan nach Borngräbers Die ersten Menschen eine Oper in zwei Aufzügen. Ihre Uraufführung fand postum am 1. Juli 1920 in Frankfurt am Main statt.

Borngräber war Mitglied des Deutschen Monistenbunds, kritisierte aber 1915 nationalistische Tendenzen in der Bewegung. Stattdessen engagierte er sich mit seinem Werk bis zu seinem Tod für ein friedliches Europa. Anlässlich des Sonnenfests am 18./19. August 1917 während dem Congrès Coopératif Anational auf dem Monte Verità zeigte die Labanschule ein Weihespiel nach seinem Sang an die sinkende Sonne. Ob es sich dabei um ein eigenständiges dramatisches Werk, ein Gedicht oder ein Gedichtzyklus oder eine Kompilation aus Werken von Borngräber handelt, ist nicht bekannt.

Veröffentlichungen: Friedensapell an die Völker. Mit einem Vorwort über die Haagerkonferenz von 1899 und 1907. Dokumente der Neutralen Konferenz, No. 15 b. Stockholm 1916. Zusammen mit Georg Brandes. – Weltfriedensdrama. Ein Weihespiel. Berlin 1916. – Die Hymnen an die Grösse und das tiefe Leid. 1915. – Die andere Nacht. Mysterium der Liebe. Berlin 1914 (?). – Althäa und ihr Kind. Die Tragödie der Reinheit, ein Vorspiel und 4 Akte in einem Aufzuge. Berlin 1912. – Gottfreies Menschentum. 1909. – Das Erwachen der philosophischen Spekulation der Reformationszeit, in ihrem stufenweisen Fortschreiten beleuchtet an Schwenkfeld, Thamer, Sebstian Franck von Wörd. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der hohen philosophischen Fakultät der Friedrich-Alexanders-Universität Erlangen. Schwarzenberg i. Sa. 1908. – Die Ersten Menschen. Erotisches Mysterium. 1908. – Die heiligen zehn Gebote des Freien. Der heilige Glaube des Freien. Das heilige Gebet des Freien. (Moses oder die Geburt Gottes. Tragödie). Berlin und Rom 1907. – König Friedwahn. Germanisches Trauerspiel in fünf Aufzügen. Berlin 1905. Mit Bildschmuck von Fidus. Das Stück wurde am am 30. März 1905 am Königlichen Schauspielhaus in Dresden uraufgeführt. – Neue Gedichte. 1903. – Gottfreies Christentum. 1903. – Giordano Bruno. Das neue Jahrhundert. Eine Tragödie und Ouverture zur neuen Zeit. Bonn 1900. Mit einem Vorwort von Ernst Haeckel. Die 2. veränderte Auflage aus dem Jahre 1901 erschien mit Illustrationen von Fidus. Online: Giordano Bruno. – In Wald und Welle und Haide. Berlin 1900. Gedichte. – Bergpredigt zur Befreiung der Völker.

Borngräber, Otto. 1908. "Moses." Die Zukunft, 16 (21): 268-270.

Borngräber, Otto. "Wir gingen schweigend!" In Neuland. Ein Buch jüngster deutscher Lyrik,, 10.

Borngräber, Otto. "Komm bald. (Ein Zwiegebet)." In Neuland. Ein Buch jüngster deutscher Lyrik,, 10-11.

Borngräber, Otto. "Künstlers Wandersang." In Neuland. Ein Buch jüngster deutscher Lyrik,, 11-13.

Borngräber, Otto. "Schuld." In Neuland. Ein Buch jüngster deutscher Lyrik,, 9.

Borngräber, Otto. "Föhne." In Neuland. Ein Buch jüngster deutscher Lyrik,, 13-14.

Literatur: Gérard Laudin: Philistins, bâtisseurs et psychopathes. Les Caïn et Abel de Borngräber, Fuhrmann et Koffka. In: Germanica, 1999/24, S. 13-28. – Romain Roland: Zwischen den Völkern. Aufzeichnungen und Dokumente aus den Jahren 1914-1919. Bd. 1. Zürich 1954. S. 326-331. – Karl Arthur Schmidt: Otto Borngräber. Der moderne Dichter, VI. Berlin [1913].

Nachschlagewerke: Konrad Feilchenfeldt (Hrsg.): Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert, biographisches-bibliographisches Handbuch. Dritter Band. Zürich und München 2001. Sp. 448. – Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon. Biographisches und Bibliographisches Handbuch. Erster Band. Verlag Ferd. Klagenfurt und Wien 1953. S. 184.

Weitere Quellen: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Neuer Theater-Almanach. Theatergeschichtliches Jahr- und Adressen-Buch. Berlin 1908. S. 272.


Letzte Änderung: 7. Mai 2012


Verfasst von Edi Goetschel

Februar 7th, 2010 um 10:36 pm

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