Lehmann-Hohenberg, Elsbet
Elsbet Lehmann-Hohenberg war eines von sechs Kindern des Mineralogen und Geologen Johannes Lehmann (* 11. März 1851 in Königsberg, † 12. April 1925 in Weimar) und Anna Cäcilie Leo, Tochter eines begüterten Mitbesitzers einer Spinnerei. Bedingt durch die Berufugen ihres Vaters zog die Familie von Penig zuerst nach Bonn, 1885 nach Breslau und 1887 nach Kiel. Nach ihrer Konfirmation besuchte Elsbet bis 1895 das Herzogin Marien Institut in Gotha. Zurück in Kiel nahm sie Schneiderstunden und Zeichenunterricht. 1899 nahm sie in München Kunstgewerbe-Unterricht in der Debschitz-Schule. In der Pension, in der sie in München wohnte, lernte sie Elsa Knorr, die Verlobte von Fidus kennen. Wie sie in ihren Erinnerungen schreibt, wurde sie Fidus von Elsa vorgestellt, als sie in jenem Jahr zu Weihnachten über Berlin nach Hause fuhr (Frecot, Geist und Kerbs schreiben in Fidus, S. 96, der Künstler hätte Elsbet 1900 in München kennengelernt). 1900 oder 1901 war Elsbet an der Akademie Colarossi in Paris Schülerin von Alfons Mucha. 1901 oder 1902 kehrte sie nach München zurück, wo sie Privataufträge ausführte und Unterricht gab. 1904 war Elsbet mit Fidus, Elsa und Getrud Prellwitz in Zürich. Von dort unternahmen sie gemeinsam einen Auslug auf die Rigi, der Fidus zu seinem Lichtgebet inspiriert haben soll.
Elsbet Lehmann-Hohenberg war eine Zeitlang mit dem Bildhauer und Maler Ernst Wagner verheiratet. Mit ihm hatte sie zwei Kinder. Im Oktober 1922 heiratete sie Fidus.
Quellen: Erinnerungen aus meinem Leben, die ich aus Anlass meines 90. Geburtstages niederschrieb: 17.11.67, Fidus-Archiv der Berlinischen Galerie.
Literatur: Janos Frecot, Johann Friedrich Geist, Diethart Kerbs: Fidus. 1868-1948. Zur ästhetischen Praxis bürgerlicher Fluchtbewegungen. Erweiterte Neuauflage. Hamburg 1997.
Link: Zu Johannes Lehmann vgl. Horst Küppers: Die Geschichte der Mineralogie in Kiel, S. 7 f.
Letzte Änderung: 11. April 2011


