Fidus-Projekt

Kunst und Lebensreform

Spohr, Wilhelm

Ohne Kommentar

Wilhelm Spohr, * 3. Februar 1868 in Hamburg, † 9. Juni 1959 in Rüdersdorf, Schriftsteller und Übersetzer.

Spohr war nach 1900 der wichtigste Vermittler der Kunst von Fidus mit Zeitschriftenaufsätzen, Lichtbildervorträgen und insebsondere einer grossen Monographie.

Er wuchs in Hamburg auf und machte eine Optiker- und Mechanikerlehre. 1891 zog er nach Berlin. 1892 wurde er Mitglied der Berliner Volksbühne und ihres künstlerischen Ausschusses. Seit Juli 1895 wohnte er in Friedrichshagen bei Berlin.

Zwischen 1899 und 1906 übersetzte er nahezu sämtliche Werke des niederländischen Autors Multatuli (eigentlich Eduard Douwes Dekker, 1820-1887), dessen Roman Max Havelaar oder Die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handelsgesellschaft als der erste europäische antikolonialistische Roman gilt. Die Übersetzungen erschienen zum Teil mit Titelzeichnung von Fidus.

1902 erschien von ihm die erste Fidus-Monographie. 1903 begleitete er mit seiner Familie Fidus und seine Familie nach Amden. Danach hielt er sich kurze Zeit in Rüschlikon bei Zürich auf.

1958 erhielt er die Ernst-Moritz-Arndt-Medaille der Deutschen Demokratischen Republik.

Veröffentlichungen:

O ihr Tage von Friedrichshagen! Erinnerungen aus der Werdezeit des deutschen literarischen Realismus. Berlin 1949. – Goethe. Sein Leben und Wirken. Berlin 1949. – Mozart. Leben und Werk. Briefe, Zeitberichte, Dokumente, Bilder. Berlin 1941. Glorie des Alters. Ein frohes Manifest. Berlin 1940. – Kultur der Feste. Flugschrift des Dürerbundes, 209. München 1926. – Berliner Heimatbüchlein. Eine Gabe des Feierabend. Berlin 1913. – Fidus. Minden 1902.

Multatuli-Übersetzungen: Multatuli-Briefe. Frankfurt am Main 1906. Mit Online: Multatuli-Briefe. – Multatuli: Frauenbrevier. Frankfturt a. M. 1905. Titelzeichnung und Buchschmuck von Fidus. Online: Frauenbrevier – Multatuli: Ideen. Berlin 1903. – Multatuli: Die Abenteuer des kleinen Walther. Minden 1901. Titelzeichnung von Fidus. Online: Die Abenteuer des kleinen Walther – Multatuli: Fürstenschule. Schauspiel in 5 Aufzügen. Minden 1900. Deckelbild von Fidus. – Multatuli: Millionenstudien. Minden 1900. Titelzeichnung von Fidus. – Multatuli: Liebesbriefe. Minden 1900. Titelzeichnung von Fidus. – Multatuli: Max Havelaar. Minden 1900. Titelzeichnung von Fidus. Online: Max HavelaarMultatuli. Auswahl aus seinen Werken in Übersetzung aus dem Holländischen, eingeleitet durch eine Charakteristik seines Lebens, seiner Persönlichkeit und seines Schaffens von Wilhelm Spohr. Mit Bildnissen und handschriftlicher Beilage. Minden 1899. Titelzeichnung von Fidus.

Kunst für Kinder, Kinder- und Jugendliteratur

Kinderbriefe mit Kinderzeichnungen und Elternbriefe. Berlin 1942. – Die Kunst im Leben des Kindes. Ein Handbuch für Eltern und Erzieher. Berlin 1902. – Endlich Künstlerisches für Kinder! Jugendlektüre und Bilderbuch Berlin, 1900 (Broschüre zusammen mit Heinrich Wolgast).

Als Herausgeber und Bearbeiter von Jugendbüchern für den Verlag Schaffstein
- E. T. A. Hoffmann, Meister Martin der Küfner. Für die reifere Jugend herausgegeben v. W. Spohr [Schaffsteins Volksbücher für die Jugend, Bd. 23].
– E. T. A. Hofmann, Nussknacker und Mausekönig. Das fremde Kind. Zwei Märchen. Für grosse und kleine Kinder hrsg. von Wilhelm Spohr. Schaffsteins Volksbücher für die Jugend 22. Köln [1906]. – Des Freiherrn von Münchhausen wunderbare Reisen und Abenteuer zu Wasser und zu Lande, wie er dieselben bei einer Flasche im Zirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegte. Schaffsteins Volksbücher für die Jugend Band 16. Vorrede von Wilhelm Spohr. Deutsch von Gottfried August Bürger. Für die reifere Jugend neu herausgegeben. Buchausstattung von E. R. Weiß. Köln 1906. Online: Des Freiherrn von Münchhausen wunderbare Reisen und Abenteuer zu Wasser und zu Lande. – Die schönsten Märchen aus Tausend und eine Nacht. Nach Weils Übersetzung aus dem Urtext für die Jugend ausgewählt. Schaffsteins Volksbücher für die Jugend, Band 8: Die schönsten Märchen aus 1001 Nacht. Vier Sammlungen. Köln. – Der Pirat. Seeabenteuer von Kapitän Marryat. Köln. – James Fenimore Cooper: Der letzte Mohikan. Lederstrumpferzählungen. 2. Teil. Köln. – James Fenimore Cooper: Der Spion. Eine Erzählung aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskriege. Köln 1918. – James Fenimore Cooper: Die beiden Seelöwen. Köln.

Veröffentlichungen zur Zeit des Nationalsozialismus: Deutsche Brüder im Osten. Auslanddeutsche Monatshefte Nr. 4. – Deutsche Arbeit in den Vereinigten Staaten. Auslanddeutsche Volkshefte, Nr. 3. Berlin-Tempelhof. – Deutsche Brüder im Ausland. Die Auslanddeutschen Volkshefte, Nr. 1. Berlin. – Deutsche Brüder im Osten. Berlin-Tempelhof. – Deutsche in Übersee. Berlin.

Anekdotensammlungen

Berliner Anekdoten. Berlin 1952. – Die Narrenschaukel. Weise und Toren in der Anekdote. Berlin 1937. – Der andere Bismarck. Menschliches vom Altreichskanzler. Berlin 1938. – Garten des Vergnügens. Geist der Zeiten in Anekdoten. Berlin 1936.

Als Herausgeber Georg Christoph Lichtenberg: Briefe an die Freunde. Berlin 1938.

Beiträge von und über Wilhelm Spohr in der Lebensreform-Datenbank.

Literatur: Jaap Grave (Hrsg.): “Verdammt sei, wem das nicht heilig ist!” Die Korrespondenz von Wilhelm Spohr mit Mimi Douwes Dekker und dem J.C.C. Bruns’ Verlag in Minden. Edition Friedrichshagen 6, 2003. – Carl Ludwig Lang (Redaktion): Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisch-bibliographisches Handbuch. Bd. 19. Bern und München 1999.

Links: Wilhelm Spohr, Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia. – Bibliographie Wilhelm Spohr. – Wilhelm Spohr Archiv, Informationen zum Nachlass in der Akademie der Künste, Berlin. – Wilhelm Spohr Archiv Findbuch.


Letzte Änderung: 9. Dezember 2011


Verfasst von Edi Goetschel

August 26th, 2009 um 10:01 pm

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