Zacharias, Fina
Fina Zacharias (eigentlich Josepha Lederer, auch Josepha Kraigher-Porges), * 18. März 1857 in Maria Elend (Kärnten), Österreich, † 14. Oktober 1937 in Bern, Schriftstellerin.
Fina Zacharias wurde als Tochter von Johann Lederer, Gastwirt und Gemeinderat, und dessen Frau Anna, geb. Kraigher, geboren. 1862 starb ihre Mutter, worauf der Vater wieder heiratete. Zacharias wurde von Pflegeeltern erzogen und verbrachte ihre Jugend u. a. in Klagenfurt, Graz und Wien. Sie besuchte nur ein Jahr die Schule, bildete sich jedoch autodidaktisch weiter. Als 19-Jährige verlobte sie sich in Wien mit einem jungen Schauspieler. Die Verbindung ging jedoch wegen dem Widerstand des Vaters gegen den jüdischen Schwiegersohn in spe in Brüche. Am 10. Juli 1877 brachte sie in Graz den Sohn Emil zur Welt. Um 1879 heiratete sie Friedrich Zacharias, Mitbesitzer eines Bergwerks, und konvertierte zum Protestantismus. Am 7. Januar 1890 kam ihre Tochter Friederike zur Welt.
Im Jahre 1900 unternahm Zacharias eine grosse Reise, die sie nach München, Nürnberg, Friedrichshagen, Jena, wo sie Ernst Heckel besuchte, dann Paris, schliesslich über Basel nach Zürich brachte. Hier liess sie sich mit ihrer Tochter bis etwa 1908 nieder. In Zürich besuchte sie die Vorlesungen des Philosophen Friedrich Wilhelm Foerster, mit dem und dessen Frau sie bald befreundet war.
Nach dem Tod ihres Mannes 1910 war sie bis 1913 in Wien gemeldet. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs organisierte sie als Leiterin der Frauensektion des Witwen- und Waisenfonds private Hilfe. 1930 heiratete sie in Pozsony (damals Ungarn, heute Bratislawa) Karl August Porges, der als Schriftsteller unter dem Pseudonym Carl Hilm tätig war. Von 1931 bis zu ihrem Tod lebte sie abwechselnd in Krems/Donau, Zürich und Bern.
1932 wurde ihr von der Österreichischen literarischen Gesellschaft das Goldene Ehrenzeichen verliehen.
Zacharias stand mit zahlreichen Personen aus Literatur, Kunst, Wissenschaft und Politik in Kontakt, darunter Fanny Imle, Karl Henckell, Oskar Panizza, Michael Georg Conrad, Hermann Sudermann, Carl Hauptmann, Peter Altenberg, Fidus, Ulrich Wilhelm Züricher und Bruno Wille.
Veröffentlichungen: Bücher Sagen und Märchen der alten Margret. Leipzig 1930. – Lebenserinnerungen einer alten Frau. Band 2, Kreuzwege des Lebens. Leipzig/Zürich 1927 (?). – Lebenserinnerungen einer alten Frau. 1. Buch der Kindheit. Leipzig/Zürich 1926 (?). – Zeitschriftenartikel Erweiterter Schutz für erwerbstätige Frauen ist nötig. In: Die Österreicherin 3. Jg., Nr. 1, 1. Jänner 1930. – Rezension: Salve Regina, ein lyrischer Zyklus von Michael Georg Conrad, bei Schuster und Löffler, Berlin. In: Dokumente der Frauen, Bd. 2, Nr. 20, 1900. – Tolstoi’s Moral. In: Zürcher Diskussionen. Flugblätter aus dem Gesamtgebiet des modernen Lebens (Hrsg. von Oskar Panizza), Jahrgang 1, No. 12, 1898.
Literatur: Rolf Düsterberg: Fina Zacharias (= Josepha Kraigher-Porges) und Oskar Panizza. In: Carinthia I. Zeitschrift für geschichtliche Landeskunde von Kärnten 176 (1986), S. 253-268. – Helgard Kraigher: Die Sagenwelt der Josepha Kraigher-Porges. In: Die Kärntner Landsmannschaft, 10, 1981, S. 59-62. – Ingeborg U. Rauber-Zimmer: Josepha Kraigher-Porges. In: Südkärnten. Beiträge zur Geschichte, Kultur und Landschaft (Kärntner Museumsschriften 50), Klagenfurt 1970, S. 45-65. – Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950. Bd. IV. Wien, Köln, Graz 1969. S. 194. – Erich Nussbaumer: Geistiges Kärnten. Literatur- und Geistesgeschichte des Landes. Klagenfurt 1956. S. 468-470. – G. Un.: In memoriam (Fanni Borschitzky, Marianne von Eschenburg, Joepha Kraigher-Porges). In: Die Österreicherin, 10. Jg., Nr. 8, Dezember 1937, S. 3.
Links: Josepha Kraigher Porges, Informationen auf der Porges families Home Page. – Josepha Lederer, Eintrag im Dizionario Biografico Friulano.
Letzte Änderung: 24. April 2011


